Dmitri Medwedjew: Erste Ergebnisse seiner ersten Amtszeit
von
Grigori Melamedow, Historiker, Moskau
Man hatte nicht viel vom handverlesenen Nachfolger Wladimir
Putins erwartet. Blaß schien er, ein Bürokrat, ein
pedantischer Jurist, wenig charismatisch, eine dekorative Figur,
die die Macht bei dem belassen sollte, der sie innehatte. In
den ersten Monaten seiner Amtszeit ist Präsident Medwedjew
mit vielen erwartbaren Projekten hervorgetreten, die sein Profil
durchaus stärken konnten, dem Kampf gegen die Korruption
und der Fortführung der Nationalprojekte. Mit Blick auf die
Demokratisierungsbestrebungen und die Marktliberalisierung
gibt es nach wie vor widersprüchliche Signale. Überschattet
sind die ersten Monate der Medwedjewschen Amtszeit jedoch
vom russisch-georgischen Konflikt.
Die Augen nach rechts - ein neues Parteienprojekt des Kreml
von
Wladimir Miljutenko, Journalist, Moskau
Der wichtigste Polittechnologe der Präsidialadministration, Wladislaw Surkow, gab als Endziel der „Neuformatierung” der Parteien vor: „Vier Parteien werden uns vollkommen reichen!” |
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Im Kreml denkt man weit voraus. Lange vor der nächsten Dumawahl wurde ein neues Kremlprojekt auf den Weg gebracht,
um die Millionen Wähler des liberalen Spektrums, die politisch passiv sind, wie die vernichtenden Niederlagen der
Rechten bei den letzten beiden Wahlen zeigen, in die Politik einzubinden. Der „Bund der rechten Kräfte”, einst Plattform für den aufstrebenden Mittelstand, dann mit sich selbst und mit anderen rechten und liberalen Kräften streitende marginale Partei, wurde „neuformatiert”. Die alten Führungspersönlichkeiten und ein Drittel der Parteimitglieder, die Unversöhnlichen, machen diesen Schritt Richtung Kreml nicht mit. Vereinigt hat man sich mit der „Bürgerkraft” und der Demokratischen Partei Rußlands – und der Kreml nimmt nicht wenig Einfluß auf die Entfaltung der Tätigkeit der neuen Partei.
Alijews strategische Wahl - der Kurs der Modernisierung
von
Elkhan Nurijew, Zentrum für strategische Studien beim
Präsidenten Aserbaidschans, Baku
Die Aserbaidschaner sind stolz darauf, daß sie 1918 die erste Demokratie in der moslemischen Welt errichtet haben |
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Für niemand überraschend wurde bei der Präsidentschaftswahl am 15. Oktober der amtierende Präsident Ilham Alijew in seinem Amt bestätigt. Rund 88 Prozent der Abstimmenden entschieden sich für ihn und seinen politischen Reformkurs. In den Jahren der Unabhängigkeit hat sich Aserbaidschan nicht zuletzt aufgrund seines Energiereichtums und der Entwicklung seiner Wirtschaft sowie seiner ausbalancierten Außenpolitik zu einem starken regionalen Akteur entwickelt..
Ressentiments eines Gernegroß - Belarus im Herbst 2008
von
Pjotr Sadouski, Germanist,
erster belarussischer Botschafter
in Deutschland, Minsk
In den 6 525 Kommissionen der
Wahlkreise, in denen die Stimmen
ausgezählt wurden, waren
42 Angehörige unabhängiger oder
oppositioneller Organisationen
vertreten, was weniger
als 0,1 Prozent ist
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Die EU hat verstanden, daß sie mit der Isolations- und
Sanktionspolitik gegenüber Belarus nur dem russischen
Einfluß in dem an sich wichtigen Transitland und im Prinzip
interessanten Investitionsstandort auch für westliches Kapital
Tür und Tor öffnet. Nach Jahren der Verteufelung versucht
man es nun mit neuen Formen der Annäherung. Vor der Parlamentswahl
(gewählt wurden die Abgeordneten des Unterhauses)
bot man der belarussischen Führung einen „Deal” an: faire
und freie Wahlen und Freilassung der politischen Häftlinge
gegen Aufhebung von Wirtschaftssanktionen und Einreiseverboten
auf Zeit..
Armenien: Zwischen 1. März und Georgienkrise
von
Manwel Sarkissian,
Politologe, Jerewan
Seit der Präsidentschaftswahl halten die Diskussionen in der Bevölkerung um die Legitimität
der Wahlergebnisse an |
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Nach der Präsidentschaftswahl und der Niederschlagung
der Oppositionsproteste am 1. März ist die innenpolitische
Situation in Armenien weiterhin angespannt. Präsident
Serge Sarkissian und seine Regierung sahen sich lange Zeit innenpolitischem
Druck und außenpolitischer Isolation ausgesetzt.
Mit dem Krieg in Georgien spitzte sich die Situation für
die Regierung weiter zu. Die Lösung der Karabachfrage mit
Hilfe der Minsker Gruppe der OSZE scheint auf die lange Bank
geschoben, gleichzeitig tritt die Türkei als neuer Akteur in der
Friedensvermittlung auf. Eine Annäherung an die Türkei
könnte im Sinne eines Teils der Opposition sein, das Machtlager
jedoch spalten.
Über Zusammenarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien
von
Sholpan Shynassylowa, Botschaft der Republik Kasachstan, Berlin
Die Konferenz für Zusammenarbeit
und vertrauensbildende
Maßnahmen in Asien ist das
wichtigste Forum, das Stabilität und
Sicherheit im asiatischen Raum
gewährleisten soll. |
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Kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit trat der kasachstanische
Präsident Nursultan Nasarbajew im Jahr 1992
auf der 47. Vollversammlung der Vereinten Nationen mit der
Idee einer Konferenz für Zusammenarbeit und vertrauensbildende
Maßnahmen in Asien auf. Die Organisation hat heute
21 Mitglieder und entwickelt ihre Kooperation in vielfältigen
Bereichen.
Spezial: Nach dem Krieg – Ansichten, Hintergründe, Kontroversen, Auswirkungen
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